bakingsheep: Caro vs. Apple Pie

Als ich Anfang der Woche mal wieder eines meiner Lieblingsbackbücher (The Hummingbird Bakery Cookbook – das ist ein englisches Backbuch, also verzeiht mir im Folgenden eventuelle Begriffe. Das liegt einzig und allein daran, dass ich keine Ahnung habe, wie ich das auf Deutsch anständig ausdrücken soll.) durchgeblättert habe, bin ich – wie so oft – auf den Abschnitt mit den Pies gestoßen. Und mal wieder habe ich mich gefragt, wieso ich eigentlich keine Pie-Form besitze: eine völlig geschlossene, runde, etwas höhere Kuchenform – und ich rede nicht von einer Springform. Spontan, wie ich nun mal bin (haha), bin ich also in die Stadt gelau… okay, das wäre gelogen, bin gefahren … und habe mir eine gekauft.

Die Ausrede, dass ich keine passende Form besitze, hat jetzt also nicht mehr gezogen. Aaaaaaalso musste ein Rezept her. Und welche Küche eignet sich für Pies hervorragender als die amerikanische? Richtig. Keine. Also wieder her mit meinem Hummingbird-Buch und alles für einen Apple Pie eingekauft.

Kleine Anmerkung im Voraus: Ich lese Rezepte grundsätzlich erst dann richtig, wenn ich sie zubereite, deshalb habe ich beim Backen des Apple Pies einige Überraschungen erlebt. Genauso wie beim Essen, beziehungsweise dem Herauspuhlen aus der Form. Das erste Stück sah aus, als hätte ich meinem Apple Pie dasselbe angetan wie Jim im Film American Pie. lol.

Eine Sache noch … ich habe vorher wirklich noch nie einen Pie gemacht und deshalb war mir nicht wirklich bewusst, was das für ein Geschiss ist, dass man da betreiben muss. Oder vielleicht liegt das ja auch nur an dem Apple Pie und andere Rezepte sind da einfacher … Who knows?

Naja, wie dem auch sei. Fangen wir also an. Buch auf der richtigen Seite aufschlagen und los geht’s. Doch so einfach macht die Hummingbird Bakery uns es nicht, nein, wir dürfen vorher erst einmal zwölf Seiten zurückblättern, um die Basic Pie Crust (den Grundteig für einen Pie) zuzubereiten … und dieses Zeug besteht aus Mehl, Butter, einer Prise Salz und zwei bis drei Schlucken Wasser. Jap, das schmeckt genauso, wie es klingt, nämlich gar nicht. Nur ein bisschen nach Salz, aber das ist alles. Normalerweise probiere ich Teig immer, aber in Zukunft werde ich das bei Pies besser lassen. Okay, Teig in den Kühlschrank und weiter.

 

Die nächste Aufgabe war die nervigste und wenn ich noch einmal einen Apple Pie mache, miete ich mir einen Sklaven, der mir dabei hilft: Äpfel schälen, entkernen und in Scheiben schneiden. Fast zwei Kilo davon. Habe jetzt übrigens Muskelkater in den Händen.

Danach werden die Äpfel (mit Zimt und Zucker) vorgegart. Was das soll, ist mir nach wie vor schleierhaft, zumal der gesamte Kuchen ja später noch in den Ofen kommt, aber egal. Was das Backbuch sagt, ist Gesetz.

Die Äpfel sind so übrigens schweinelecker, aber auch schweineheiß – hab mir die Finger beim Naschen verbrannt.

Bis hierhin war ja alles noch relativ einfach. Das richtige Abenteuer beginnt jetzt erst. Und die nächsten Schritte haben auch am längsten gedauert von der ganzen Zubereitung.

Wir alle wissen ja, wie man einen Kuchen backt: Teig anrühren, Teig in Form füllen, eventuell noch ein bisschen Obst drauf, in den Ofen fertig. Nicht so hier. Hier müssen wir erst mal den Teig ausrollen und ihn dann vorsichtig in die Form packen, ohne irgendwelche Löcher zu fabrizieren. Ich bin dabei fast wahnsinnig geworden. Aber am Ende habe ich es dann doch geschafft:

Das Backbuch gibt dazu einen Tipp, aber den fand ich nicht besonders hilfreich. Vielleicht bin ich auch einfach zu doof dazu, wer weiß. Der Tipp besagt, dass man den Teig um das Nudelholz wickeln soll und dann über der Form wieder abrollen. Ähm … Man zeige mir bitte mal, wie das gehen soll, ohne dass noch weitere Katastrophen passieren.

Dann werden die vorbereiteten Äpfel eingefüllt.

Wenn man den großen Apfelhaufen und die (verhältnismäßig) kleine Form übrigens nebeneinander sieht, fragt man sich zunächst, wie das alles da reinpassen soll, aber glaubt mir, es passt. Weiß zwar nicht, wie und warum, aber ich bin auch eine Null im Schätzen. Konnte ich noch nie gut.

Und dann kommt der Deckel drauf. Das heißt im Klartext, man macht denselben Kram noch einmal wie eben bei Boden und Rand. Yay.

Zum Schluss noch den überstehenden Teig abschneiden, die Ränder festdrücken und ein wenig dekorieren, wenn man möchte.

Wenn ich mir den obigen Text durchlese, klingt das gar nicht so schwer, aber das täuscht. Naja, schwer war’s jetzt nicht, aber anstrengend. Allerdings war es die Sache wert, denn … Leute, seht euch das an:

Sieht lecker aus, oder? Und genauso schmeckt er auch 😀

Der Aufwand hat sich also definitiv gelohnt. Saumäßig lecker! Kann ich wirklich nur weiter empfehlen – auch wenn die Backerei teilweise ein wenig anstrengend ist, aber ich denke, das lässt mit der Zeit und ein wenig Übung nach!

Danke, Hummingbird Bakery, für dieses großartige Rezept!

***

Die beigefügten Fotos sind meine eigene. Ich bitte von Benutzung auf anderen Seiten abzusehen!

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Über Caro

Durchgeknallte Mathe-Studentin, deren Lieblingstiere flauschige Schafe sind und die ohne Bücher, Musik und TV-Serien nicht leben kann.
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