Review: Toni Aleo – Taking Shots (Assassins #1)

Normalerweise halte ich mich bei solchen Büchern – also Frauenromane, Chick-Lit oder wie auch immer man dieses Genre bezeichnen will – mit Reviews sehr zurück, da die Handlung sowieso immer die gleiche ist: Frau trifft total tollen Kerl, verliebt sich in ihn, dann gibt’s ein paar kleinere bis mittlere Dramen und am Ende wird geheiratet und/oder ein Kind ist unterwegs. Gähn.

Allerdings lese ich solche Bücher manchmal doch ganz gerne, einfach um mal etwas zu lesen, bei dem man sein Gehirn ausschalten und sich von einer schönen, fluffigen Story berieseln lassen kann.

Bei der Auswahl dieser Bücher achte ich eigentlich immer auf die durchschnittliche Bewertung bei Goodreads. Je höher, desto besser. Normalerweise fahre ich damit eigentlich immer ganz gut, aber manchmal findet man ein Buch, das eine Bewertung von 4 Sternen oder höher hat und bei dem man dann beim Lesen denkt: WTF? Was ist das für ein Mist?

Leider auch so passiert auch bei diesem Werk:

 1,5 von 5 Schafen für Taking Shots von Toni Aleo

Blurb: Elli Fisher has never thought she was good enough, let it be her job, her weight, her love life, nothing. That is until she meets Shea Adler. After doing a promotional shoot for the NHL team, the Assassins, she meets the hunky hockey player who shoots a puck, shattering her world.
Shea Adler was tired of the life he was living outside of the rink. The girls, the money blowing, the drinking, everything had to stop and it all did when he met Eleanor Fisher. He had never met anyone like her. She was feisty, witty, shy, and simply gorgeous. When he laid eyes on her, it was as if he was taking the hardest hit of his life into the boards, and he had to have her. Elli is a little skeptical of Shea, but he knows that they were meant to be together, and he needed her in his life. 
Can Elli throw her insecurities out the window and love Shea with everything inside of her, or will she let a past relationship, and her family ruin any chance of her being happy.

Ich würde dieses Buch ja theoretisch auch auf Englisch reviewen, allerdings habe ich hierzu so viel zu sagen, dass ich mit meinen (grottigen) Englischkenntnissen nicht sonderlich weit kommen würde. Vielleicht lege ich irgendwann bei Zeiten mal eins nach, mal sehen. Heute allerdings das Review auf Deutsch …

Here we go.

Kleine Anmerkung noch, bevor es richtig losgeht: Ich werde in dieses Review einige Spoiler einbauen. Wer das Buch also noch lesen möchte (was ich nicht ganz verstehen kann, aber gut ^^), der sollte das Lesen dieses Reviews an dieser Stelle abbrechen, um sich die ~Überraschung nicht zu verderben. 

Wie man der Blurb schon entnehmen kann, geht es hier im Eleanor „Elli“ Fisher, die sich den Eishockeyspieler Shea Adler angelt. Ich muss zugeben, dass mich das Buch im Grunde mit dieser Beschreibung schon hatte und ich es lesen wollte. Weil … ganz ehrlich … Ein NHL Eishockeyspieler mit schwarzen Haaren, blauen Augen, gut gebaut … äh ja. Lassen wir das. Ich hoffe, es ist klar, worauf ich hinaus will. Sportler-Chick-Lit-Bücher sind sowieso die besten, lol. Und dann auch noch Eishockey … hach.

Gut, ich schweife ab.

Eigentlich dachte ich, dass dieses Buch ein netter Zeitvertreib wird – was es auf den ersten paar Seiten auch war. Doch ziemlich schnell habe ich dann begriffen, dass Elli unter echt seltsamen Komplexen leidet und eine riesengroße Macke hat. Was sie mir zunächst sympathisch gemacht hat, war, dass sie keine Tussi mit überdimensionierten Brüsten und Kleidergröße 34 war, sondern eine Frau, die ein wenig rundlicher ist. Realitätsnaher eben.

Allerdings war genau das auch Ellis größtes Problem. Anfangs dachte ich noch, okay, jeder hat ein paar Komplexe wegen seiner Figur (ja, JEDER!), ist normal. Gerade wenn der Auserwählte ein „hunky hockey player“ ist mit Sixpack und dem vollen Programm. Da kommt man sich schnell vor wie ein fettes Schwein. Aber ernsthaft – man kann es auch wirklich übertreiben. Elli hat in dieser Beziehung wirklich eine absolute Vollmeise gehabt. Erst lässt sie sich gar nicht von Shea anfassen, weil sie denkt, dass er sie sofort verlässt, wenn er merkt/sieht, wie sie aussieht, später gibt’s ab und an mal ein wenig Gefummel – im Dunkeln wohlgemerkt. Die nächste Stufe war der Sex im Dunkeln und dann, wie aus dem Nichts, ist sie auf einmal total einverstanden, dass alles im Hellen passiert. Diese Entwicklung ist zwar schon irgendwie normal, allerdings kam der letzte Schritt wie aus dem Nichts, einfach so, als ob vorher nie irgendetwas gewesen wäre.

Die nächste Macke, die Elli hat, ist ihre absolute Unsicherheit bezüglich ihrer Gefühle und ihre EXTREME Eifersucht. Mich hat es wirklich tierisch gestört, dass Elli sich ständig gefragt hat, ob sie ihn nun einfach nur mag oder vielleicht sogar sehr mag oder doch liebt. Dieses Chaos hat sich durch etwa ¾ des Buches gezogen. Es war eine ständige Achterbahnfahrt. Und immer wenn ich dachte „Jetzt wird endlich alles gut“, hat ihre Eifersucht dazwischen gefunkt. Gut, sie hatte keine leichte Vergangenheit, weil ihr Ex ein richtiger Flachwichser war (wobei ich auch diese Geschichte ein wenig übertrieben fand), aber sie ist wenig NICHTS total ausgerastet und hat sofort die Beziehung beinahe beendet. Ein wenig Drama zwischendurch ist zwar ganz nett, meistens sogar notwendig, aber was zu viel ist, ist zu viel. Frauen verstehen sich zwar meist darauf, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen, doch manchmal ist weniger mehr – und weniger hätte diesem Buch ganz gut getan. Gerade am Ende, aber dazu später mehr.

Was ich mich bei Elli auch frage … Ihre Krankheit, weshalb so zugenommen hat … Eine Schilddrüsenunterfunktion. Yay. Keine schöne Sache, haben viele Leute, aber so wie es im Buch dargestellt ist, scheint es beinahe eine tödliche Krankheit zu sein. Das hat auf mich total unrealistisch gewirkt, zumal man relativ schnell erfahren hat, dass sie aufgrund einer Krankheit vom dürren Gestell zum Moppel wurde, allerdings wusste man nicht sofort, um was für eine Krankheit es sich dabei handelt. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was das bitte für eine plötzlich auftretende Krankheit sein muss, dass man von heute auf morgen 234567876543235678 Kilo zunimmt und von 55kg auf etwa 100kg anschwillt. Die Erklärung kam dann auch irgendwann und ich wollte einmal mehr meinen Reader an die Wand werfen. (das wollte ich öfter, etwa alle 10 Seiten^^)

Kommen wir zu Shea, dem männlichen Hauptcharakter. Die meiste Zeit des Buches hat er mir wirklich gefallen. Ein bisschen zu perfekt, aber im Vergleich zu Elli lange Zeit echt normal. Auch wenn ich mich wirklich frage, wieso er Elli von Anfang an wollte, wenn er doch vorher nur dürre, blonde Tussen gev***t hat (zur Erinnerung: Elli hat dunkle Haare und ist ein wenig pummelig) und sowieso auf eine richtige Beziehung keine Lust hatte. Ob man jetzt an Liebe auf den ersten Blick glaubt, sei dahin gestellt, aber bei Shea kam dieses ~Erlebnis ein wenig seltsam rüber. Gerade wenn man an Ellis zahlreiche Macken denkt. Ich habe mich des Öfteren gefragt, wieso er diese dumme Nuss nicht nach ein paar Tagen/Wochen wieder in den Wind geschossen hat. So eine Ziege hält doch kein normaler Mensch aus!

Ach ja, anfangs war Shea echt cool (bis auf die Tatsache, dass er sich in Elli verliebt hat), doch je weiter das Buch voran geschritten ist, desto mehr hat er sich zu einem echten Weichei entwickelt. Es ist zwar ganz süß gewesen, wie er sich um Elli gekümmert hat, wenn es ihr nicht gut ging, und so weiter … aber dass er wie ein Schlosshund HEULT, wenn Elli Scheiße baut, tut mir leid, aber da hört’s bei mir auf.

Die meisten Nebencharaktere waren übrigens keinen Deut besser als die zwei. Am allerschlimmsten ist Ellis Familie, angeführt von ihrer Mutter, die ihre eigene Tochter so sehr hassen muss, dass sie ihre Beziehung mit Shea sabotiert.

Gleich auf Platz 2 folgt ihre bitchige Schwester Victoria, die ständig an ihrer Schwester rummotzt, nur weil die ein paar Kilo zu viel auf den Rippen hat (WTF?).

Ellis Onkel und auch der Besitzer des Eishockey Teams in Nashville scheint irgendwie eine gespaltene Persönlichkeit zu haben. Auf der einen Seite sagt er nämlich, dass er Shea mag und froh ist, dass Elli einen wie ihn gefunden hat, aber ein paar Minuten später ist er zickig wie sonst was und man hat das Gefühl, dass er Shea am liebsten auf den Mond schießen möchte – ohne jede Begründung wohlgemerkt.

Der normalste ihrer Familie ist ihr Vater, den mochte ich. Wenn auch er seine seltsamen Momente hat.

Sheas Familie hingegen war klasse. (Meistens jedenfalls ^^). Seine Zwillingsschwester Grace war cool, manchmal hatte man zwar das Gefühl, dass sie eine gefühllose Zicke ist, die eifersüchtig auf Sheas Freundin ist, aber die meiste Zeit war sie in Ordnung. Und ihre beiden Kinder, besonders Ryan, waren der Kracher, lol.

Seine Eltern waren ebenfalls total cool, an denen hab ich wirklich nichts auszusetzen.

Ellis beste Freundin, Harper Allen (btw … dieser Name … ich muss immer wieder lachen, wenn ich den lese *an Two And A Half Men denk*), mochte ich auch irgendwie. Sie war zwar irgendwie anfangs ein wenig zu sehr männermordendes Monster, aber sie hat eine tolle Entwicklung durchgemacht im Laufe des Buches. Im Nachhinein wünschte ich, sie und ihr Jacob (Ja, der Name stinkt ein bisschen, aber egal, der Typ war nett und ebenfalls Eishockeyspieler. UND – wie sollte es anders sein – Sheas bester Freund *lol*) wären die beiden Hauptcharas gewesen, aber man kann ja nicht alles haben.

Harper und Grace waren – wenn man nett ist – die beiden normalsten Personen im gesamten Buch, die häufiger vorkamen.

Wie weiter oben schon gesagt, ist mir die ständige Achterbahnfahrt tierisch auf den Keks gegangen, weil Elli wegen NICHTS in die Luft gegangen ist. Es waren niemals kleinere Streits, die die beiden hatten, nein, Fräulein Fisher meinte immer gleich, Shea verlassen zu müssen, wenn mal was nicht so läuft, wie sie es gern hätte. An diesen Stellen, wenn Elli erneut völlig irrational gehandelt hat, wollte ich immer wieder meinen Reader gegen die Wand werfen.

Zum Glück habe ich es aber nicht getan, denn sonst hätte ich diesen Super-Gau von Ende verpasst. Alter Falter … ich wäre beim Lesen wirklich beinahe explodiert und hab Shea ungelogen zugerufen, dass er die alte Kuh vergessen soll! Ich mein, er war ja eigentlich selber schuld an der Situation. Was lässt er sich auf von Ellis bescheuerter Mutter, von der er genau weiß, dass sie sie nur fertig macht wegen ihres Gewichts usw, auch aufschwatzen, die dumme Victoria mitzunehmen, um etwas Besonderes (was mag das wohl sein? *Augen verdreh*) für Elli auszusuchen? DAS konnte doch nur in die Hose gehen.

Wirklich, an dieser Stelle war ich erneut kurz vor dem Abbruch. Aber ich hatte nur noch etwa 10% des Buches vor mir, deshalb hab ich es dann doch zu Ende gelesen.

Elli hat ihm wirklich alles verziehen, was er ihrer Meinung nach angestellt hat (was er nicht hat, aber egal, Frauen haben immer Recht, lol), ständig konnten sie den Mist, der passiert ist, aus dem Weg räumen und dann … Ihre Schwester, die immer schon eifersüchtig auf Elli war, schmeißt sich an Shea ran, lässt es aber so aussehen, als wäre Shea der Schurke. Victoria hat Elli IMMER runtergemacht und war nie besonders nett zu ihr und ausgerechnet diesen Scheiß glaubt Elli ihr dann plötzlich????? Sorry, aber das entzieht sich mir jeglicher Logik. Es ergibt einfach keinen Sinn, aber nein, wir denken ja nicht darüber nach und stellen dann fest, dass wir Mist gebaut haben, als wir Shea dann überstürzt verlassen haben.

Es folgten 10 Wochen Trennungsschmerz. Himmel, das waren die beiden furchtbarsten Kapitel, die ich JEMALS in meinem Leben gelesen habe. Anstatt, dass sich beide so langsam aber sicher wieder mit ihrem Leben ohne den jeweils anderen anfreunden konnten, jammern die dann immer noch rum. Und haben immer noch nicht miteinander geredet. Gut, okay, Shea hat es mehrmals versucht, aber Elli hat ihn nicht ausreden lassen. Ich wollte ihr zu diesem Zeitpunkt ernsthaft den Hals umdrehen.

Ach Gott, und weil Elli ja so unter Herzschmerz leidet, nimmt sie auf einmal wieder ganz viel ab und ist wieder nur noch ein dürres Gestecke, redet nicht mehr mit ihren Freunden … Das volle Programm also.

An dieser Stelle angemerkt: TEAM HARPER! (Interessierten erzähle ich gerne, was sie genau gemacht hat, um Elli zur Vernunft zu bewegen.)

Und Shea war übrigens nicht besser … Er ist quasi zum Alkoholiker geworden, säuft sich jede Nacht mehr oder minder fast ins Koma, achter nicht mehr auf seinen Körper, lässt das Training sausen und jammert die gaaaaaaanze verfluchte Zeit Elli hinterher.

Spätestens da bekommt der erfahrene Chick-Lit-Leser Angst und weiß genau, wie es ausgehen wird. Kitschig hoch 1234567898765432345678. Und genau das ist auch eingetreten. Mitten in der Eishalle vor ausverkauftem Haus … Ja.

Was mich ebenfalls noch gestört hat, war, wie das Buch geschrieben ist. Ich bin zwar kein Native-Speaker im Englischen, im Gegenteil … Ich lese zwar gerne englische Bücher, allerdings finde ich Fehler meist überhaupt nicht, wenn welche im Text sind, dafür sind meine Kenntnisse einfach zu grottig. Allerdings … wenn selbst ICH als mieser Englisch-Könner diese Überzahl von Rechtschreib- und Grammatikfehlern feststelle … Das will was heißen, denke ich.

Einige werden sich jetzt fragen, wieso ich das Buch eigentlich komplett gelesen habe. Hehe, die Frage habe ich mir auch öfter gestellt, aber irgendwann war der Point of no return erreicht. Und irgendwie wollte ich auch wissen, wie der Kram ausgeht. (Insgeheim habe ich gehofft, Shea schießt Elli in den Wind, aber war wohl nichts. ^^)

Zu meiner Wertung: Das zusätzliche halbe Schaf bekommen Harper und Grace, weil die zwei die meiste Zeit echt toll waren.

Ob ich das Buch weiter empfehlen würde? NEIN! Definitiv nicht. Und ich frage mich immer noch, wieso dieses Buch bei Goodreads eine solche hohe Bewertung hat. Aber manche Leser muss man nicht verstehen … Und die restlichen Bücher der Reihe werde ich wohl auch nicht lesen. Noch so eine Achterbahnfahrt halten meine Nerven nicht durch.

In diesem Sinne … Hollido und bis zum nächsten Mal.

***

IMG & blurb source: goodreads.com

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Über Caro

Durchgeknallte Mathe-Studentin, deren Lieblingstiere flauschige Schafe sind und die ohne Bücher, Musik und TV-Serien nicht leben kann.
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