Review: Jennifer Benkau – Dark Canopy

Eigentlich wollte ich keine neue Buchreihe mehr anfangen, weil ich momentan ohnehin schon viel zu viele davon lese und dann auch auf noch eine Fortsetzung warten? Puh, nein, danke. Aber irgendwie bin ich an  Dark Canopy dann doch nicht vorbei gekommen.

Blurb: (Quelle: goodreads.com) Die Percents, für den dritten Weltkrieg geschaffene Soldaten, haben die Weltherrschaft übernommen und unterjochen die Menschen. Rebellenclans versuchen, außerhalb des Systems zu überleben. Mit ihnen kämpft die 20-jährige Joy gegen das Gewaltregime. Doch dann fällt sie dem Feind in die Hände und muss feststellen, dass sich auch unter den vermeintlichen Monstern Menschlichkeit findet. Und sogar noch mehr…

 

Einer meiner Gründe, das Buch zu lesen, war, dass es ein deutsches Buch ist. Keine Übersetzung oder Adaptierung, nein, ein wirklich deutsches Originalwerk … und noch dazu mit guten Kritiken. Findet man nicht sonderlich häufig im deutschsprachigen Raum, wenn man ehrlich ist.

Und was soll ich sagen? Ich wurde nicht enttäuscht. Zwar gibt es den einen oder anderen Kritikpunkt, aber im Großen und Ganzen war ich mehr als zufrieden mit dem Buch.

Es war flüssig und angenehm zu lesen, der Stil der Autorin hat mir wirklich gefallen. Zwar habe ich hin und wieder einen Tippfehler entdeckt, aber diese fallen sowieso viel häufiger auf, wenn man in seiner Muttersprache liest. (Bei den englischen Büchern, die ich lese, merke ich das meist gar nicht^^) Gestört haben diese winzigen Fehlerchen nicht, weshalb dies auch keinen Punktabzug gibt.

Die Story an sich hat mich gleich von Anfang an fasziniert. Ein post-apokalyptischer Roman, der nach dem dritten Weltkrieg spielt, für den genetisch manipulierte Soldaten erschaffen wurden, die anschließend die Herrschaft auf der Erde übernommen haben … Die weibliche, menschliche, Hauptperson Joy wird von ihnen gefangen genommen und verliebt sich schließlich in einen von ihnen. Auf so eine Idee muss man erst mal kommen!

Die Welt, die Jennifer Benkau erschaffen hat, hat mich irgendwie gleichzeitig fasziniert und gegruselt. Die Percents sind immerhin keine richtigen Menschen, sie sind genetisch manipulierte Wesen, die eigens für das Kämpfen erschaffen wurden. Als Mensch muss man richtiggehend Angst haben, dass man von ihnen erwischt wird, denn die Percents kennen keine Gnade. Genau das war auch mein Eindruck, die Welt war größtenteils brutal und grausam, die Percents haben scheinbar vor nichts Halt gemacht.
Andererseits war es echt bedrückend, da die Percents die mithilfe einer Maschine die Sonne verdunkeln. Kein beziehungsweise kaum Tageslicht.

Was mich ein wenig gestört hat, war der Anfang. Dieser war etwas langatmig, meiner Meinung nach, und ich habe eine Weile gebraucht, um wirklich in das Buch hinein zu finden. Dieses gesamte Vorgeplänkel, welches Joy in ihrer gewohnten Umgebung gezeigt hat, war ziemlich lang gezogen. Richtig spannend wurde es erst, als sie in die Hände der Percents gefallen ist und unter Neéls Aufsicht war.

Etwa zu diesem Zeitpunkt konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Zwar habe ich Neél anfangs wirklich verabscheut, weil auch er echt brutal zu Joy war, aber dies hat sich mit der Zeit gelegt, da er sein wahres Gesicht gezeigt hat. Man hat von Anfang an vermutet, dass er nicht wie die anderen Percents ist, aber dass er trotz allem alle ~Spielchen ohne mit der Wimper zu zucken mitgemacht hat, hat mich irgendwie gestört. Als man den richtigen Neél kennengelernt hat, wirkte die Rolle, die er gespielt hat, wirklich nur noch wie eine. Er ist zwar auf diese Weise aufgewachsen und kannte kaum etwas anderes als zu kämpfen usw, aber man hat gemerkt, dass dies wirklich nur gespielt war, um nicht weiter aufzufallen.

Weiterer Kritikpunkt … die Liebesgeschichte zwischen Joy und Neél. Ich muss zugeben, dass ich mich wirklich gefragt habe, wie die Autorin eine Romanze zwischen einem Percent, der eine Menschenfrau als seinen „Soldaten“ trainiert und quält und verletzt, und einer Rebellin überhaupt zustande bringen will. Die ganze Geschichte hat leichte Züge vom Stockholm-Syndrom, sowohl auf der einen als auch auf der anderen Seite. Beide Parteien hassen sich wie die Pest zu Beginn und gerade Joy wehrt sich gegen alles, was Neél ihr – auch im Guten – anbietet.

Die Geschichte streckt sich zwar über etwa ein Dreivierteljahr, dennoch hatte ich das Gefühl, dass die sich Beziehung zwischen den beiden ziemlich schnell entwickelt. Es wurde zwar immer wieder erwähnt, dass Joy (aus deren Sicht das Buch geschrieben ist) sich ihrer Gefühle zu Neél nicht mehr sicher ist und sie dabei ist, sich in ihn zu verlieben, aber dennoch hat es ein wenig gezwungen auf mich gewirkt.
Wie kann sich eine Frau mit einem gesunden Menschenverstand (also abhängig von der Situation, in der sie lebt, denn die Welt ist schließlich nicht die, in der wir heute leben) sich in jemanden verlieben, der sie geschlagen, getreten (oder ähnliches) hat? Egal wie sehr er sich auch dafür entschuldigt und es eigentlich nur getan hat, um in seiner Welt nicht aufzufallen …

Das Buch hat mich echt schwer beschäftigt, denn obwohl ich gerade über diese Liebesgeschichte so oft nachgedacht habe, weil mich gewisse Punkte daran gestört haben, hat mich das Buch echt von den Socken gehauen. Gerade das Ende war emotional aufwühlend ohne Ende … vor allem die letzten zwei Zeilen *gnaaaaarf*

Mein Review mag ein wenig schizo wirken, wenn ich jetzt sage, dass ich trotz meiner Kritikpunkte dem Buch wirklich verfallen bin (was wahrscheinlich nicht zuletzt an dem fiesen Ende lag^^). Ich kann auf jeden Fall kaum abwarten zu erfahren, wie es weiter geht mit Joy und Neél.

Ich gebe dem Buch insgesamt 4 von 5 Sternen.

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Über Caro

Durchgeknallte Mathe-Studentin, deren Lieblingstiere flauschige Schafe sind und die ohne Bücher, Musik und TV-Serien nicht leben kann.
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